Messer

  • Bis ein Messer das erste Mal neue Schärfe erlangt, muss je nach Klingenzustand und Stahlqualität unterschiedlich viel Zeit aufgewendet werden. Die Einschleifdauer kann unter anderem von Faktoren wie der Stahlqualität oder der bisherigen Pflege des Messers abhängen. Im Schnitt braucht es fünf Minuten. So lernt das Messer beim Einschleifen zunächst den gewählten Schleifwinkel. Durch den konstanten Schleifwinkel genügen später wenige Bewegungen zum Nachschärfen.

  • Jeder gehärtete Messerstahl ist aufgrund seines Eisen- bzw. Kohlenstoffanteils magnetisch. Deshalb sind auch als „Edelstahl“ bezeichnete Messer in der Regel magnetisch. Es gibt unterschiedliche Edelstähle für unterschiedliche Anwendungsgebiete. So gibt es magnetische und antimagnetische Edelstähle. Ein antimagnetischer Edelstahl wird beispielsweise für Küchenspülen o. Ä. verwendet. Dieser wäre jedoch nicht geeignet um entsprechend gehärtet zu werden, geschweige denn, ein leistungsfähiges Messer daraus zu fertigen.

  • Für den Schleifvorgang mit dem Rollschleifer wird kein Wasser benötigt, da durch die ruhigen Rollbewegungen keine relevante Hitzeentwicklung entsteht. Die Diamantbeschichtung ist darauf ausgelegt, ausschließlich trocken genutzt zu werden. Die HORL® Schleifsteine Fein und Extrafein leisten – trocken verwendet – ebenso Top-Ergebnisse. Einzig bei der Anwendung des HORL® Kagami empfehlen wir für spiegelscharfe Ergebnisse den ultrafeinen Schleifstein im letzten Schritt zu befeuchten.

  • Im Outdoor- und Jagdmesserbereich gibt es oft abenteuerliche Klingengeometrien, die sich stellenweise nicht optimal mit dem Rollschleifer schärfen lassen. Grundsätzlich gilt: Die Schneide muss glatt sein und das Messer sollte glatt und sauber an der Schleiflehre anliegen. Outdoor- und Taschenmesser haben häufig einen stabilen Winkel, daher empfiehlt es sich hier, den 20° Winkel (bzw. den 22° oder 25° Winkel) zu wählen.

  • Grundsätzlich können Küchenmesser jeder Qualität mit 20° geschärft werden. Viele Messer sind jedoch je nach Klingenzustand und Stahlqualität in der Lage, mit 15° eine noch feinere Schärfe zu erreichen. Ob deine Messer dafür geeignet sind, findest du heraus, indem du sie drei bis fünf Minuten an der 15° Seite schleifst. Sollte die Schärfe nicht zufriedenstellend sein, empfiehlt es sich, den 20° Schleifwinkel zu benutzen.

  • Um kleine Messer zu schleifen, befestige das Messer mit der Schneide nach oben so an der Schleiflehre, dass die Schneide über die Höhe der Schleiflehre hinaussteht. Hierbei berührt der Klingenrücken die Arbeitsfläche nicht.

  • Holzbretter sind grundsätzlich messerschonend und halten deine Klingen länger scharf, da die Schneide beim Schneiden auf Holz weniger beansprucht wird als auf anderen, härteren Untergründen. Darüber hinaus sind Stirnholzbretter wie das HORL® Board besonders robust und langlebig, da die Holzfasern vertikal stehen und weniger leicht beschädigt werden.

  • Auch wenn Damastmesser oft aus härterem Stahl gefertigt sind als die meisten gewöhnlichen Messer, ist ein Härtegrad jenseits der 60 HRC kein Problem für den Rollschleifer. Durch die gleichmäßige Anwendung ohne jegliche punktuelle Belastung schleift der Rollschleifer mit hoher Präzision auch die edelsten Messer. Durch den konstanten Schleifwinkel wird auch nur das Material abgetragen, welches das Messer wirklich an neuer Schärfe hindert.

  • Grundsätzlich eignet sich der Rollschleifer gut zum Schleifen von Keramikmessern. Da Keramik nicht magnetisch ist, muss hier jedoch der Winkel freihändig eingehalten werden.

  • Wenn beim Schleifen besonders hoher Klingen die Schneide höher ist als der Rollschleifer, unterlege ihn mit einem entsprechend hohen Schneidebrett, sodass die Schneide innerhalb des Radius der Schleifscheibe anliegt.

  • Besteckmesser können mit dem Rollschleifer geschliffen werden, sofern sie eine glatte Schneide aufweisen. Der Rollschleifer eignet sich jedoch in erster Linie für hochwertige Stähle von Koch- und Küchenmessern.

  • Der Schleifwinkel ist der Winkel, mit dem das Messer von einer Seite bearbeitet wird. Da die meisten Messer beidseitig geschliffen sind, wird der Schleifwinkel (z.B. 15°) von beiden Seiten eingeschliffen. Nach dem beidseitigem Schleifen mit 15°-Schleifwinkel ergibt sich eine 30°-Schneide bzw. ein 30°-Schneidwinkel. Der Schneidwinkel entspricht also in der Regel dem doppelten Schleifwinkel.

  • Bei Messern, die bisher freihändig geschliffen wurden, variiert der Winkel meist nach jedem Schliff. Der aktuelle Schleifwinkel ist deshalb oft nicht zu ermitteln. Es lohnt sich deshalb, seinen Messern einmalig mit dem Rollschleifer und der Schleiflehre einen konstanten Schleifwinkel einzuschleifen, der bei jedem Schleifvorgang reproduziert werden kann. Wir empfehlen die Filzstift-Methode, mit der du den Fortschritt beim Einschleifen visuell prüfen kannst. Die HORL®3 Pro Lehre bietet dir neben dem 15° und 20° optional auch noch vier weitere Winkel für eine noch filigranere (10°/13°) oder noch stabilere Schärfe (22°/25°).